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Die Sprache des Kosmos

In deinen Augen erstrahlt das Maßvolle,
das Schöne im goldenen Schnitt,
oder die heillose Sehnsucht danach.

Alles wird licht und weit,
Wind durchweht wie ein Morgen
das ruhelose Meer.

Dein Kuss hat mich in die
Spiegelhallen geworfen, deine
Leidenschaft entsprach dem Kampf
Zwischen dem Stier und dem Zyklopen
Und in deiner Umarmung bin ich
ihnen begegnet.

Weder Masken noch Schranken obsiegten,
etwas hatte sie devongefegt.

Deine Lust
schießt immer wie ein Blitz hervor,
also versuche den Eros nicht
moralisch zu werten,
da Eros und Moral nichts
miteinander gemein haben.
In jeder wirklich erotische Geste
liegt nicht ein Hauch von Bösem,
kein mephistophelischer Schatten.

Vielleicht sucht ja dein Verlangen
etwas anderes als der Geist,
sodass hässliches schön erscheint
und Gefühle und Sinnlichkeit einander
als Feinde begegnen, das Angebetete
schließlich in der Vorstellung endet,
imaginativ regierend.

Jeder Kuss aber ist Leben,
jeder Kuss ist Licht,
darin die Engel ihren Melos gewebt.

Pan spielt auf seiner Flöte
das einzige Lied des Herzens,
alles, alles wird klein und gering
vor einem Kuss.

Ein Kuss ist reinste Essenz,
ist die Sprache des Kosmos.

© Santos-Aman 2003

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